Die Bauwirtschaft mit ihren rund 2,6 Millionen Beschäftigten generiert jährlich über 150 Milliarden Euro Wertschöpfung. Wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben, löst jeder in den Bau investierte Euro eine Erhöhung der Wirtschafsleistung um das 1,3 bis 1,5-fache aus – deutlich mehr als andere konsumorientierte Maßnahmen. Gleichzeitig wurden 2025 mit nur 206.600 Wohnungen so wenige fertiggestellt wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr – der Bedarf liegt jedoch bei rund 400.000 pro Jahr. Dieser hohe Bedarf trifft auf aktuell freie Kapazitäten im Baugewerbe, sodass derzeit Investitionen in den Bau einen schnell wirksamen wirtschaftlichen Effekt haben.
Als konkrete Maßnahmen schlagen die Sozialpartner dabei Folgendes vor, damit die Bauwirtschaft ihre Wirksamkeit als Konjunkturlokomotive entfalten kann:
- KfW-Förderprogramm für klimafreundliche Neubauten (EH 55) verlängern und verbessern: Mit günstigen Zinsen und flexiblen Tilgungsmodellen sollen mehr Bauprojekte angestoßen werden.
- Sonderabschreibung (AfA) anpassen: Die Förderung für Mietwohnungsbau soll auf den Effizienzhaus-Standard 55 ausgedehnt werden.
- Bauüberhang aktivieren: Für die rund 453.000 genehmigten, aber noch nicht begonnenen Wohnungen sollen zeitlich befristete Sonderkonditionen gelten.
- Grunderwerbsteuer-Freibetrag und KfW-Nachrangdarlehen: Diese Instrumente erleichtern Haushalten mit mittlerem Einkommen den Erwerb von Wohneigentum.
- Sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau ausweiten: Die Finanzmittel des Bundes und der Länder sollen verstetigt und ausgebaut werden.
- Infrastruktur modernisieren: Investitionen in Verkehr, Energie und Digitalisierung sind Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität.
- Faire Wettbewerbsbedingungen sichern: Schwarzarbeit und Sozialdumping müssen konsequent bekämpft werden.
- Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen: Digitalisierung und bundesweite Anerkennung von Typengenehmigungen sind zentrale Hebel.
Dies zeigt, dass die Bauwirtschaft mehr als ein Wirtschaftszweig ist – Investitionen in Wohnungsbau, Infrastruktur und Digitalisierung schaffen bleibende Werte und sichern die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland. Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften sind gemeinsam gefordert, die Rahmenbedingungen für eine starke Bauwirtschaft zu schaffen.
Das vollständige Positionspapier finden Sie unter diesem Artikel zum Download.

